Von der Redaktion Krankenversicherung
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit: 14 Minuten · Recherchezeitraum: April–Juni 2026
Datengrundlage: Tarif-Rating und Modellbeiträge von Franke und Bornberg (fb research, Stand April 2025, veröffentlicht im Handelsblatt-PKV-Vergleich 2026), Anbieter-Eigenangaben sowie öffentlich dokumentierte Beitragsanpassungen zum 01.01.2026.

Wer 2026 in die private Krankenversicherung wechseln will, trifft auf einen Markt im Umbruch: Die Versicherungspflichtgrenze steigt auf 77.400 Euro Jahresbrutto, und viele Bestandstarife wurden zum Jahreswechsel im Marktdurchschnitt um rund 13 Prozent teurer. Umso wichtiger ist es, nicht den billigsten, sondern den preis-leistungs-stärksten Tarif zu wählen. Dieser Vergleich ordnet die zehn besten privaten Krankenversicherungen 2026 genau danach. Wie der Wechsel formal abläuft, erklärt unser Ratgeber zum Wechsel von der GKV in die PKV.

Kurz zusammengefasst
Die beste Preis-Leistung unter den privaten Krankenversicherungen 2026 bietet nach unserem Vergleich der ARAG-Tarif MedBest: Premiumschutz mit der Bestnote „sehr gut“ (Franke und Bornberg) ab 621,50 Euro monatlich für einen 35-jährigen Modellkunden. Dahinter folgen Continentale PREMIUM (659,31 Euro) und uniVersa uni-Top|Privat (660,57 Euro). Wer keinen Selbstbehalt tragen will, fährt mit der Hallesche NK.select XL Bonus (760,93 Euro, ohne Selbstbeteiligung) am besten. Alle zehn gelisteten Tarife erreichen im aktuellen Rating die Qualitätsstufe „sehr gut“.

Methodik
Die 10 gelisteten Versicherer wurden anhand folgender Kriterien bewertet, jeweils gewichtet:
· Leistungsqualität des Tarifs (Rating Franke und Bornberg): 40 %
· Monatsbeitrag für den Modellkunden: 30 %
· Selbstbehalt / effektive Gesamtkosten: 10 %
· Beitragsstabilität (dokumentierte Anpassungen bis 01.01.2026): 10 %
· Finanzstärke des Versicherers: 10 %
Modellkunde: 35 Jahre, Angestellte(r), Zweibettzimmer, Zahnersatz mindestens 75 %, Beiträge inklusive gesetzlichem Zuschlag, mit Krankentagegeld (PVN). Kein gelisteter Anbieter hat für die Aufnahme in diesen Beitrag bezahlt.

Welche sind die 10 besten privaten Krankenversicherungen 2026?

Die 10 besten privaten Krankenversicherungen 2026 nach Preis-Leistung sind (Rating „sehr gut“, Franke und Bornberg; Modellbeiträge Stand April 2025):

  1. ARAG MedBest – 621,50 € monatlich (Selbstbehalt 600 €)
  2. Continentale PREMIUM SP1 – 659,31 € monatlich
  3. uniVersa uni-Top|Privat 300 – 660,57 € monatlich (Selbstbehalt 300 €)
  4. Hallesche NK.select XL Bonus – 760,93 € monatlich (ohne Selbstbehalt)
  5. HanseMerkur AZP/EGO2/PS3 – 702,71 € monatlich
  6. Bayerische Beamtenkrankenkasse / UKV GesundheitVario – 705,32 € monatlich
  7. AXA GEXTRA2U – 777,25 € monatlich
  8. Süddeutsche (SDK) AM12/S1/Z9 – 788,55 € monatlich
  9. Landeskrankenhilfe GesundheitsUpgrade Premium – 808,08 € monatlich
  10. Allianz MeinGesundheitsschutz Best – 829,79 € monatlich (ohne Selbstbehalt)
Platz Anbieter / Tarif Monatsbeitrag* Selbstbehalt Rating (F&B) Besonderheit
1 ARAG – MedBest 621,50 € 600 € sehr gut Günstigster Premiumschutz mit Bestnote
2 Continentale – PREMIUM (SP1) 659,31 € gering (Stufe SP1) sehr gut Traditionsstarker Verbund, ausgewogenes Paket
3 uniVersa – uni-Top|Privat 300 660,57 € 300 € sehr gut Ältester privater Krankenversicherer, hohe Beitragsstabilität
4 Hallesche – NK.select XL Bonus 760,93 € keiner sehr gut Bestnote ohne jeden Selbstbehalt
5 HanseMerkur – AZP/EGO2/PS3 702,71 € tarifabhängig sehr gut Starkes ambulantes Leistungspaket
6 Bayerische Beamtenkrankenkasse / UKV – GesundheitVario 705,32 € 20 % (max. 400 €) sehr gut Baukastensystem, Konzern Versicherungskammer
7 AXA – GEXTRA2U 777,25 € tarifabhängig sehr gut Internationaler Konzern, breites Gesundheitsnetzwerk
8 Süddeutsche (SDK) – AM12/S1/Z9 788,55 € max. 480 € sehr gut Gesundheitsspezialist auf Gegenseitigkeit
9 Landeskrankenhilfe (LKH) – GesundheitsUpgrade Premium 808,08 € tarifabhängig sehr gut Solider Mittelständler mit Premiumleistungen
10 Allianz – MeinGesundheitsschutz Best 829,79 € keiner sehr gut Höchste Finanzkraft im Markt, ohne Selbstbehalt

*Modellbeiträge für 35-jährige Neukunden inkl. gesetzlichem Zuschlag, Datenstand April 2025 (fb research / Handelsblatt). Individuelle Beiträge weichen je nach Alter, Gesundheitszustand und Tarifbausteinen ab; die Beitragsanpassungen zum 01.01.2026 sind je nach Anbieter unterschiedlich ausgefallen.

Platz 1: ARAG MedBest – der Preis-Leistungs-Sieger 2026

Die ARAG bietet 2026 den günstigsten Premiumschutz mit der Bestnote „sehr gut“: Der Tarif MedBest kostet den 35-jährigen Modellkunden 621,50 Euro im Monat.

Profil: Sitz in Düsseldorf, größtes Familienunternehmen der deutschen Versicherungswirtschaft
Stärken: Bestnote im Tarif-Rating zum niedrigsten Preis der Spitzengruppe, auch der Komforttarif Med Extra ist mit 543,60 Euro der günstigste „sehr gut“-Komfortschutz im Vergleich
Schwächen: Vergleichsweise hoher Selbstbehalt von 600 Euro pro Jahr, der bei regelmäßigen Behandlungen die Ersparnis schmälert
Preisrahmen: ab 543,60 € (Komfort) bzw. 621,50 € (Premium) monatlich
Ideal für: Gesunde Angestellte und Selbstständige, die Spitzenleistungen wollen und selten zum Arzt gehen

Bemerkenswert ist, dass die ARAG in beiden Schutzstufen – Komfort und Premium – jeweils das günstigste „sehr gut“-Angebot stellt. Das ist im Rating von Franke und Bornberg 2026 keinem zweiten Anbieter gelungen.

Platz 2: Continentale PREMIUM – das ausgewogene Gesamtpaket

Die Continentale liefert mit dem Tarif PREMIUM (Stufe SP1) Premiumschutz der Bestnote für 659,31 Euro monatlich – bei nur geringem Selbstbehalt.

Profil: Sitz in Dortmund, Kern des Continentale Versicherungsverbunds auf Gegenseitigkeit
Stärken: „Sehr gut“ in Komfort- und Premiumstufe, geringe Preisdifferenz zwischen beiden Stufen (647,16 € zu 659,31 €), Versicherungsverein ohne Aktionärsinteressen
Schwächen: Weniger digitale Zusatzservices als Großkonzerne wie Allianz oder AXA
Preisrahmen: ab 647,16 € (Komfort SP2) bzw. 659,31 € (Premium SP1) monatlich
Ideal für: Wechsler, die maximale Leistung ohne hohen Selbstbehalt zum mittleren Preis suchen

Auffällig ist die geringe Preisspanne zwischen Komfort- und Premiumstufe von nur rund 12 Euro. Wer sich für die Continentale entscheidet, sollte deshalb fast immer direkt die Premiumstufe SP1 wählen.

Platz 3: uniVersa uni-Top|Privat – der Stabilitäts-Tipp

Die uniVersa kombiniert im Tarif uni-Top|Privat 300 die Bestnote „sehr gut“ mit 660,57 Euro Monatsbeitrag und moderatem Selbstbehalt von 300 Euro.

Profil: Sitz in Nürnberg, gegründet 1843 – ältester privater Krankenversicherer Deutschlands, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Stärken: Überdurchschnittliche Beitragsstabilität in Langzeitanalysen, niedrigster Selbstbehalt unter den drei günstigsten Premium-Tarifen, Überschüsse kommen den Versicherten zugute
Schwächen: Auch die uniVersa hat zum 01.01.2026 mehrere Tarife angepasst; kleineres Servicenetz als die Großkonzerne
Preisrahmen: ab 660,57 € monatlich (Premium, SB 300 €)
Ideal für: Langfristplaner, denen kalkulierbare Beiträge bis ins Rentenalter wichtiger sind als der letzte Euro Ersparnis heute

In Branchenauswertungen zur Beitragsstabilität taucht die uniVersa regelmäßig in der Spitzengruppe auf. Für ein Produkt, das man typischerweise 40 Jahre und länger behält, ist das ein gewichtiges Argument.

Platz 4: Hallesche NK.select XL Bonus – Bestnote ohne Selbstbehalt

Die Hallesche ist 2026 der stärkste Tarif für alle, die keinen Selbstbehalt wollen: NK.select XL Bonus erhält „sehr gut“ und kommt komplett ohne Selbstbeteiligung aus – für 760,93 Euro monatlich.

Profil: Sitz in Stuttgart, Krankenversicherer der ALH Gruppe, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Stärken: Voller Premiumschutz ohne jede Selbstbeteiligung, integriertes Bonusmodell für Leistungsfreiheit (mehr dazu im Ratgeber Beitragsrückerstattung), in Ratings regelmäßig in der Spitzengruppe
Schwächen: Die NK.select-Tarifgeneration wurde 2024/2025 spürbar angepasst, nachdem sie zuvor mehrere Jahre stabil war
Preisrahmen: ab 663,58 € (Komfort NK.select L) bzw. 760,93 € (Premium NK.select XL) monatlich
Ideal für: Familien und Vielnutzer, bei denen ein Selbstbehalt Jahr für Jahr voll anfallen würde

Rechnet man bei den günstigeren Konkurrenten den maximalen Selbstbehalt auf den Monat um, schrumpft der Preisabstand zur Hallesche deutlich. Beim Spitzenreiter ARAG entspricht der Selbstbehalt von 600 Euro immerhin 50 Euro pro Monat.

Platz 5: HanseMerkur – der ambulante Leistungsstarke

Die HanseMerkur erreicht mit ihrer Tarifkombination AZP/EGO2/PS3 die Bestnote „sehr gut“ bei 702,71 Euro Monatsbeitrag.

Profil: Sitz in Hamburg, gegründet 1875, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Stärken: Identischer Beitrag in Komfort- und Premium-Bewertung (die Kombination erfüllt beide Kriterienkataloge), starke ambulante Bausteine, solide Vereinsstruktur
Schwächen: Das Baukastenprinzip aus mehreren Einzeltarifen macht den Vertrag erklärungsbedürftiger als Kompakttarife
Preisrahmen: ab 702,71 € monatlich
Ideal für: Versicherte, die Wert auf ambulante Leistungen und Naturheilverfahren legen

Dass dieselbe Tarifkombination sowohl im Komfort- als auch im Premiumsegment mit „sehr gut“ gelistet wird, ist ein Sonderfall im Rating. Kunden erhalten hier faktisch Premiumleistung zum Komfortpreis.

Platz 6: Bayerische Beamtenkrankenkasse / UKV GesundheitVario – der flexible Baukasten

Die Schwestergesellschaften Bayerische Beamtenkrankenkasse und UKV bieten mit GesundheitVario einen modularen „sehr gut“-Tarif für 705,32 Euro monatlich (Premiumstufe).

Profil: Teil des Konzerns Versicherungskammer, München – größter öffentlicher Versicherer Deutschlands
Stärken: Frei kombinierbare Leistungsmodule, in der Komfortvariante bereits ab 684,68 Euro mit Bestnote, starker Rückhalt durch den Konzern
Schwächen: Prozentualer Selbstbehalt von 20 Prozent (gedeckelt auf 400 Euro) ist schwerer kalkulierbar als ein Fixbetrag
Preisrahmen: ab 684,68 € (Komfort) bzw. 705,32 € (Premium) monatlich
Ideal für: Wechsler, die ihren Schutz modular an Lebensphasen anpassen wollen

Trotz zweier Markennamen steht dahinter dieselbe Tarifmechanik desselben Konzerns – die Wahl zwischen BBKK und UKV ist im Wesentlichen eine regionale Vertriebsfrage. Im Ranking führen wir beide daher als einen Platz.

Platz 7: AXA GEXTRA2U – der Konzern mit Netzwerk

AXA erreicht mit dem Premiumtarif GEXTRA2U die Bestnote „sehr gut“ bei 777,25 Euro Monatsbeitrag.

Profil: Deutsche Zentrale in Köln, Teil der internationalen AXA Gruppe
Stärken: Umfangreiches Gesundheits- und Facharztnetzwerk, digitale Services, günstiger Komforttarif ActiveMe-U bereits ab 578,74 Euro (Note „gut“)
Schwächen: Zum 01.01.2026 fielen die Beitragsanpassungen in Teilen des AXA-Bestands mit durchschnittlich rund einem Drittel deutlich überdurchschnittlich aus
Preisrahmen: ab 578,74 € (Komfort, „gut“) bzw. 777,25 € (Premium, „sehr gut“) monatlich
Ideal für: Versicherte, die Konzernservices und digitale Versorgungsangebote priorisieren

Die Beitragsrunde 2026 zeigt bei AXA exemplarisch, warum Beitragsstabilität ein eigenes Bewertungskriterium verdient. Neukunden starten in frisch kalkulierten Tarifen, sollten die Anpassungshistorie eines Anbieters aber immer mitprüfen.

Platz 8: Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) – der Gesundheitsspezialist

Die SDK erzielt mit der Kombination AM12/S1/Z9 die Bestnote „sehr gut“ bei 788,55 Euro Monatsbeitrag.

Profil: Sitz in Fellbach bei Stuttgart, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit reinem Gesundheitsfokus
Stärken: Spezialisierung ausschließlich auf Kranken- und Pflegeversicherung, gedeckelter Selbstbehalt von maximal 480 Euro, persönliche Betreuungsstruktur
Schwächen: Höherer Beitrag als die punktgleich bewerteten Wettbewerber auf den Plätzen 1 bis 3
Preisrahmen: ab 702,49 € (Komfort) bzw. 788,55 € (Premium) monatlich
Ideal für: Versicherte, die einen reinen Gesundheitsversicherer ohne Querinteressen bevorzugen

Als einer der wenigen Anbieter im Feld betreibt die SDK ausschließlich Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Fokussierung spiegelt sich in der Leistungsregulierung wider, kostet im Premiumsegment aber einen spürbaren Beitragsaufschlag.

Platz 9: Landeskrankenhilfe (LKH) – der solide Mittelständler

Die Landeskrankenhilfe erreicht mit GesundheitsUpgrade Premium die Bestnote „sehr gut“ bei 808,08 Euro Monatsbeitrag.

Profil: Sitz in Lüneburg, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Stärken: Vollwertiger Premiumschutz mit Bestnote, mitgliederorientierte Vereinsstruktur, schlanke Tariflandschaft
Schwächen: Zweithöchster Beitrag im Top-10-Feld, geringere Markenbekanntheit und kleineres Servicenetz
Preisrahmen: ab 808,08 € monatlich (Premium)
Ideal für: Versicherte, die einen kleineren Verein mit Premiumleistung bewusst dem Großkonzern vorziehen

Die LKH zeigt, dass Spitzenleistung nicht an Konzerngröße hängt. Wer sich hier versichert, sollte den Beitragsabstand von fast 190 Euro monatlich zum Preis-Leistungs-Sieger ARAG allerdings bewusst in Kauf nehmen.

Platz 10: Allianz MeinGesundheitsschutz Best – maximale Finanzkraft

Die Allianz bietet mit MeinGesundheitsschutz Best einen „sehr gut“-Premiumtarif ohne Selbstbehalt – zum höchsten Beitrag der Top 10 von 829,79 Euro monatlich.

Profil: Sitz in München, gegründet 1890, finanzstärkster Versicherungskonzern Deutschlands
Stärken: Höchste Finanzkraft im gesamten Vergleichsfeld, kompletter Verzicht auf Selbstbeteiligung, moderate Beitragsanpassungen zum 01.01.2026 (je nach Tarif 0 bis 19 Prozent), einziges „sehr gut“ im Metzler-Meta-Rating der Krankenversicherer
Schwächen: Teuerster Tarif der Top 10 – der Aufpreis von über 200 Euro monatlich gegenüber Platz 1 kauft vor allem Finanzstärke und Marke, nicht mehr Rating-Punkte
Preisrahmen: ab 749,85 € (Komfort Plus) bzw. 829,79 € (Premium Best) monatlich
Ideal für: Sicherheitsorientierte Besserverdiener, für die die langfristige Substanzkraft des Versicherers das entscheidende Kriterium ist

Im Meta-Rating des Analysehauses Metzler war die Allianz zuletzt der einzige private Krankenversicherer mit der Gesamtnote „sehr gut“. Auf die reine Preis-Leistung eines Neuvertrags bezogen bleibt sie 2026 dennoch das teuerste Angebot dieser Liste – Qualität hat hier ihren Preis.

Wie stark steigen die Beiträge der privaten Krankenversicherung 2026?

Zum 01.01.2026 sind die Beiträge der privaten Krankenversicherung im Marktdurchschnitt um rund 13 Prozent gestiegen (Quelle: Marktauswertungen zu den Beitragsanpassungen 2026). Die Spannbreite zwischen den Anbietern ist dabei erheblich und für die Anbieterwahl mindestens so wichtig wie der Einstiegsbeitrag. Die folgende Übersicht fasst die öffentlich dokumentierten Anpassungen der hier gelisteten Anbieter zusammen.

Anbieter Beitragsanpassung zum 01.01.2026 Einordnung
Allianz 0 bis 19 % je nach Tarif und Eintrittsalter moderat bis durchschnittlich
AXA durchschnittlich rund 34 %, einzelne Tarife über 50 % deutlich überdurchschnittlich
Hallesche spürbare Anpassung der NK.select-Generation nach stabilen Jahren 2021–2023 nachgeholte Anpassung
uniVersa Anpassung mehrerer Tarife zum 01.01.2026, langfristig überdurchschnittlich stabil unterdurchschnittlich (Langfristbetrachtung)
Marktdurchschnitt rund 13 % Referenzwert

Wichtig zur Einordnung: Beitragsanpassungen betreffen in erster Linie Bestandskunden und folgen gesetzlich geregelten Auslösern wie gestiegenen Leistungsausgaben. Neukunden starten in aktuell kalkulierten Tarifen; die Anpassungshistorie eines Anbieters ist dennoch der beste verfügbare Indikator für die eigene Beitragsentwicklung der kommenden Jahrzehnte. Was ein Tarif in Ihrer Situation konkret kostet, zeigt unser laufend aktualisierter Überblick Private Krankenversicherung Kosten im Vergleich.

Welche private Krankenversicherung passt zu welchem Bedarf?

Wer maximale Leistung zum niedrigsten Beitrag sucht und mit einem Selbstbehalt von 600 Euro leben kann, ist bei der ARAG richtig. Wer regelmäßig ärztliche Leistungen in Anspruch nimmt und deshalb keinen Selbstbehalt tragen will, findet bei der Hallesche – und mit größerem Budget bei der Allianz – die passendere Lösung. Langfristplaner, die vor allem stabile Beiträge bis ins Rentenalter wollen, sind bei der uniVersa gut aufgehoben; das ausgewogenste Gesamtpaket ohne klare Schwäche bietet die Continentale. Wer modularen Schutz zum Anpassen sucht, sollte sich GesundheitVario (BBKK/UKV) ansehen, während HanseMerkur und SDK für leistungsorientierte Versicherte mit Fokus auf ambulante Versorgung interessant sind. AXA punktet mit Konzernservices, die LKH mit Vereinskultur – beide zum spürbaren Aufpreis gegenüber der Spitzengruppe.

Fazit: Preis-Leistung schlägt Markenname

Der PKV-Jahrgang 2026 zeigt ein erfreuliches Bild: Zehn Anbieter erreichen im unabhängigen Rating die Bestnote „sehr gut“, die Beitragsspanne dafür reicht jedoch von 621,50 bis 829,79 Euro monatlich. Wer nur auf den Markennamen schaut, zahlt für identische Rating-Qualität bis zu 208 Euro im Monat mehr. Die Analyse der Beitragsanpassungen 2026 zeigt zudem, dass der Einstiegspreis allein nicht genügt – Beitragsstabilität und Finanzkraft entscheiden über die Kosten der nächsten Jahrzehnte.

Der Makrotrend des Jahres: 2026 verschiebt sich der Wettbewerb in der privaten Krankenversicherung sichtbar vom reinen Leistungsvergleich zum Stabilitätsvergleich. Nach der marktweiten Beitragsrunde von durchschnittlich 13 Prozent werben die Anbieter zunehmend mit nachweisbarer Anpassungshistorie statt mit immer neuen Leistungsbausteinen – für Verbraucher ist das ein Gewinn an Transparenz.

Welcher der zehn Tarife zu Ihrem Alter, Beruf und Gesundheitszustand passt, zeigt Ihnen unser kostenloser Vergleich mit über 3.500 Tarifen von rund 50 Versicherern: Jetzt PKV-Tarife vergleichen und bis zu 75 % sparen – unverbindlich und mit persönlicher Beratung unter 0800 / 5 33 22 66. Selbstständige finden zusätzlich einen eigenen Ratgeber zur privaten Krankenversicherung für Selbstständige.

Häufige Fragen

Welche ist die beste private Krankenversicherung 2026?

Nach Preis-Leistung ist der ARAG-Tarif MedBest die beste private Krankenversicherung 2026: Er erhält im Rating von Franke und Bornberg die Bestnote „sehr gut“ und kostet einen 35-jährigen Modellkunden 621,50 Euro im Monat (Selbstbehalt 600 Euro). Ohne Selbstbehalt ist die Hallesche NK.select XL Bonus mit 760,93 Euro monatlich die stärkste Wahl. Insgesamt erreichen zehn Anbieter die Bestnote – die „beste“ PKV hängt daher vom individuellen Bedarf ab.

Wer darf 2026 in die private Krankenversicherung wechseln?

Angestellte dürfen 2026 in die PKV wechseln, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro liegt (6.450 Euro monatlich). Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen wechseln. Für Altfälle, die bereits am 31.12.2002 privat vollversichert waren, gilt eine reduzierte Grenze von 69.750 Euro.

Was kostet eine gute private Krankenversicherung 2026 im Monat?

Ein Premiumtarif mit der Bestnote „sehr gut“ kostet einen 35-jährigen Neukunden 2026 zwischen 621,50 und 829,79 Euro monatlich (inklusive gesetzlichem Zuschlag, mit Krankentagegeld). Guter Komfortschutz beginnt bei rund 543,60 Euro. Arbeitnehmer erhalten davon bis zur Hälfte als Arbeitgeberzuschuss erstattet, sodass der Eigenanteil deutlich niedriger liegt. Wie sich PKV-Beiträge grundsätzlich zusammensetzen, erläutert unser Überblick zu den Beiträgen in der Krankenversicherung.

Wie stark sind die PKV-Beiträge 2026 gestiegen?

Zum 01.01.2026 sind die Beiträge in der privaten Krankenversicherung im Marktdurchschnitt um rund 13 Prozent gestiegen. Die Spannbreite ist groß: Bei der Allianz lagen die Anpassungen je nach Tarif zwischen 0 und 19 Prozent, bei AXA im Schnitt bei rund 34 Prozent. Die Anpassungshistorie eines Anbieters gehört deshalb zu den wichtigsten Auswahlkriterien.

Ist ein Tarif mit oder ohne Selbstbehalt besser?

Das hängt vom eigenen Behandlungsverhalten ab: Ein Selbstbehalt von 600 Euro (wie beim Preis-Leistungs-Sieger ARAG MedBest) entspricht rechnerisch 50 Euro pro Monat und lohnt sich vor allem für Gesunde, die selten Leistungen einreichen. Wer regelmäßig ärztliche Behandlung benötigt oder Kinder mitversichert, fährt mit einem Tarif ohne Selbstbehalt wie der Hallesche NK.select XL Bonus (760,93 Euro) in der Regel besser.

Nach welchen Kriterien wurden die Tarife bewertet?

Grundlage ist das unabhängige Tarif-Rating von Franke und Bornberg (Modellkunde: 35 Jahre, Zweibettzimmer, Zahnersatz mindestens 75 Prozent, Stand April 2025). Für die Preis-Leistungs-Reihenfolge dieses Vergleichs wurden Leistungsqualität (40 %), Monatsbeitrag (30 %), Selbstbehalt (10 %), Beitragsstabilität (10 %) und Finanzkraft (10 %) gewichtet. Kein Anbieter hat für die Aufnahme bezahlt.

Quellen

  • Franke und Bornberg / fb research: Rating Private Krankenvollversicherung, Modellbeiträge Stand April 2025 (veröffentlicht im Handelsblatt-PKV-Vergleich 2026)
  • Handelsblatt: „Die besten privaten Krankenversicherungen 2026 im Vergleich“, 2026
  • B. Metzler seel. Sohn & Co. / VersicherungsJournal: Meta-Rating der privaten Krankenversicherer, 2026
  • Bundesregierung / Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung: Versicherungspflichtgrenze (JAEG) 2026: 77.400 Euro
  • Dokumentierte Beitragsanpassungen zum 01.01.2026: Veröffentlichungen von hc consulting AG, KVoptimal.de und PKV-Welt zu Allianz, AXA, Hallesche und uniVersa, Stand Juli 2026
  • Anbieter-Eigenangaben der genannten Versicherer, Stand Juli 2026