Von der Redaktion Krankenversicherung
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit: 11 Minuten · Recherchezeitraum: Mai–Juli 2026
Datengrundlage: Franke und Bornberg / fb research (Stand April 2025, veröffentlicht im Handelsblatt-PKV-Vergleich 2026), PKV-Verband, § 152 VAG, Marktvergleichsportale, Stand 2026.
Wer 2026 eine private Krankenversicherung abschließt, entscheidet sich nicht nur für einen Versicherer, sondern auch für eine Tarifstufe: Einstiegstarif, Komforttarif oder Premiumtarif. Dieser Vergleich zeigt anhand von Leistungsumfang, Selbstbehalt und Monatsbeitrag 2026, welche Tarifstufe zu welcher Zielgruppe passt. Wichtig zur Einordnung: Der umgangssprachliche „PKV-Basistarif“ ist in diesem Vergleich ein reguläres Einstiegstarifmodell eines Versicherers – nicht der gesetzlich geregelte Basistarif nach § 152 VAG, der weiter unten separat erklärt wird. Wie sich die Gesamtkosten einer privaten Krankenversicherung 2026 insgesamt zusammensetzen, erklärt unser Hub-Ratgeber Private Krankenversicherung Kosten im Vergleich.
Kurz zusammengefasst
Der Komforttarif ARAG Med Extra kostet 2026 monatlich 543,60 Euro bei einem Selbstbehalt von 600 Euro und wird von Franke und Bornberg mit „sehr gut“ bewertet (Stand April 2025, Handelsblatt-PKV-Vergleich 2026). Der Premiumtarif ARAG MedBest liegt bei 621,50 Euro monatlich, ebenfalls „sehr gut“ bewertet, bei identischem Selbstbehalt von 600 Euro. Einstiegstarife mit reduziertem Leistungsumfang und höherem Selbstbehalt beginnen laut Marktübersicht 2026 bereits bei rund 250 Euro monatlich für 30-Jährige. Der gesetzliche Basistarif nach § 152 VAG ist davon unabhängig zu betrachten und 2026 auf maximal 1.017,18 Euro monatlich gedeckelt (ohne Pflegeversicherung).
Methodik
Der Vergleich der drei Tarifstufen erfolgt anhand folgender Kriterien, jeweils gewichtet:
· Monatsbeitrag im Marktvergleich: 30 %
· Leistungsumfang (Unterbringung, Zahnersatz, Arztwahl): 30 %
· Selbstbehalt und Beitragsauswirkung: 25 %
· Rating und Zielgruppen-Eignung: 15 %
Datenbasis: Franke-und-Bornberg-Tarifrating (Stand April 2025), PKV-Verband, Marktvergleichsportale 2026. Kein gelisteter Versicherer hat für die Aufnahme in diesen Beitrag bezahlt.
Was unterscheidet Einstiegs-, Komfort- und Premiumtarife 2026?
Der zentrale Unterschied liegt im Leistungsumfang und im gewählten Selbstbehalt: Je höher die Tarifstufe, desto umfangreicher die Leistungen und desto niedriger in der Regel der Selbstbehalt. Die folgende Tabelle zeigt die drei Tarifstufen 2026 im direkten Vergleich, Modellkunde 35 Jahre.
| Kriterium | Einstiegstarif | Komforttarif (ARAG Med Extra) | Premiumtarif (ARAG MedBest) |
|---|---|---|---|
| Monatsbeitrag 2026 | ab rund 250 € (Marktübersicht, 30 J.) | 543,60 € (35 J., Franke und Bornberg) | 621,50 € (35 J., Franke und Bornberg) |
| Selbstbehalt | häufig 900–1.200 € p. a. | 600 € p. a. | 600 € p. a. |
| Unterbringung Klinik | Mehrbettzimmer | Zweibettzimmer | Zweibettzimmer, teils Einbett |
| Zahnersatz | meist unter 60 % | ab 75 % | ab 75 %, oft höher |
| Freie Arztwahl | eingeschränkt | weitgehend | umfassend inkl. Chefarzt |
| Rating Franke und Bornberg | tarifabhängig, meist nicht Spitzenklasse | „sehr gut“ (Stand April 2025) | „sehr gut“ (Stand April 2025) |
| Zielgruppe | Preisbewusste, junge Gesunde | Preis-Leistungs-Bewusste | Leistungsorientierte, Gutverdiener |
Was unterscheidet den Einstiegstarif vom gesetzlichen Basistarif nach § 152 VAG?
Der Einstiegstarif in diesem Vergleich ist ein regulärer, freiwillig wählbarer Marktarif eines Versicherers mit reduziertem Leistungsumfang und höherem Selbstbehalt – kein Sozialtarif. Der gesetzliche Basistarif nach § 152 VAG ist dagegen ein eigenständiges Produkt, das jeder private Krankenversicherer anbieten muss (§ 152 Abs. 1 VAG) und dessen Leistungen denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen.
Der Höchstbeitrag im gesetzlichen Basistarif ist 2026 auf 1.017,18 Euro monatlich gedeckelt, zuzüglich der Pflegepflichtversicherung von rund 209,26 Euro monatlich (§ 152 Abs. 3 VAG, PKV-Serviceportal 2026). Im Basistarif sind zudem gesetzlich festgelegte Selbstbehaltstufen von 300, 600, 900 oder 1.200 Euro pro Jahr möglich, und bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit reduziert sich der Beitrag auf die Hälfte.
Verwechseln Sie beim Tarifvergleich daher nicht den umgangssprachlichen „Basistarif“ (Einstiegstarif eines Versicherers) mit dem gesetzlichen Basistarif nach § 152 VAG – beide Begriffe klingen ähnlich, meinen aber grundlegend verschiedene Produkte mit unterschiedlicher Zielgruppe und Beitragslogik.
Wie ist der Einstiegstarif aufgebaut?
Der Einstiegstarif reduziert den Leistungsumfang auf das Nötigste und verlagert einen Teil des Kostenrisikos über einen höheren Selbstbehalt auf den Versicherten. Typisch sind Mehrbettzimmer im Krankenhaus, ein Zahnersatz-Erstattungssatz unter 60 Prozent und ein Selbstbehalt zwischen 900 und 1.200 Euro pro Jahr.
Laut Marktübersicht liegen Einstiegstarife 2026 für 30-jährige Versicherte bereits bei rund 250 Euro monatlich, während vergleichbare Premiumtarife im selben Alter bis zu 800 Euro erreichen können. Der Einstiegstarif eignet sich vor allem für junge, gesunde Versicherte mit begrenztem Budget, die Beitragshöhe vor Leistungsumfang priorisieren.
Was bietet der Komforttarif ARAG Med Extra?
Die ARAG Med Extra ist der Komforttarif der ARAG Krankenversicherung und kostet für einen 35-jährigen Modellkunden 543,60 Euro monatlich bei einem Selbstbehalt von 600 Euro (Franke und Bornberg, Stand April 2025, veröffentlicht im Handelsblatt-PKV-Vergleich 2026). Der Tarif umfasst laut Rating Zweibettzimmer, einen Zahnersatz-Erstattungssatz ab 75 Prozent und den Vollbeitrag ohne Arbeitgeberzuschuss.
Franke und Bornberg bewertet die ARAG Med Extra mit „sehr gut“ und stuft sie damit im oberen Marktsegment ein. Der Komforttarif richtet sich an Versicherte, die ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen Einstiegs- und Premiumtarif suchen.
Was bietet der Premiumtarif ARAG MedBest?
Die ARAG MedBest ist der Premiumtarif der ARAG Krankenversicherung und kostet für denselben Modellkunden 621,50 Euro monatlich, ebenfalls bei einem Selbstbehalt von 600 Euro (Franke und Bornberg, Stand April 2025). Der Aufpreis gegenüber dem Komforttarif ARAG Med Extra liegt bei rund 77,90 Euro monatlich für ein erweitertes Leistungsniveau, etwa umfassendere Chefarztbehandlung und freie Arztwahl.
Auch die ARAG MedBest erhält von Franke und Bornberg das Rating „sehr gut“ (Stand April 2025). Der Premiumtarif eignet sich für Versicherte, die Leistungsumfang und Komfort klar vor den monatlichen Beitrag stellen.
Wie wirkt sich der Selbstbehalt auf den Beitrag der jeweiligen Tarifstufe aus?
Der Selbstbehalt ist der Betrag, den Versicherte pro Jahr selbst tragen, bevor die PKV zahlt – ein höherer Selbstbehalt senkt in der Regel den Monatsbeitrag spürbar. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich unterschiedliche Selbstbehalt-Optionen auf den Beitrag auswirken können.
| Selbstbehalt p. a. | Typische Beitragswirkung | Passende Tarifstufe |
|---|---|---|
| 0 € (ohne Selbstbehalt) | höchster Monatsbeitrag im Marktvergleich | Premiumtarif |
| 300–600 € | moderate Beitragsersparnis gegenüber SB 0 € | Komforttarif (z. B. ARAG Med Extra/MedBest, je 600 €) |
| 900–1.200 € | spürbare Beitragsersparnis, höheres Eigenrisiko | Einstiegstarif |
Eine allgemeingültige Ersparnis in Euro lässt sich nicht pauschal beziffern, da sie je nach Versicherer, Alter und Gesundheitszustand variiert. Wer den Selbstbehalt erhöht, sollte die Ersparnis realistisch gegen das gestiegene Eigenrisiko im Schadensfall abwägen.
Welche Tarifstufe passt zu wem?
Junge, gesunde Versicherte mit begrenztem Budget fahren mit einem Einstiegstarif oft gut, da sie Gesundheitskosten seltener in voller Höhe benötigen und den höheren Selbstbehalt selten ausschöpfen. Familien und Berufstätige mit mittlerem Budget, die dennoch auf Zweibettzimmer und guten Zahnersatzschutz Wert legen, finden im Komforttarif wie der ARAG Med Extra (543,60 €, „sehr gut“, Franke und Bornberg) häufig den passenden Mittelweg.
Gutverdienende und leistungsorientierte Versicherte, die Chefarztbehandlung, freie Arztwahl und maximalen Komfort priorisieren, sind mit einem Premiumtarif wie der ARAG MedBest (621,50 €, „sehr gut“) in der Regel besser bedient. Wie sich PKV-Beiträge insgesamt zwischen Angestellten und Selbstständigen unterscheiden, zeigt unser Vergleich PKV vs. GKV 2026 im Vergleich, während Angestellte zusätzlich den Arbeitgeberzuschuss in ihre Wahl der Tarifstufe einrechnen sollten, wie unser Ratgeber Private Krankenversicherung für Angestellte erläutert.
Fazit: Tarifstufe passend zum eigenen Risikoprofil wählen
Der Vergleich zeigt: Zwischen Einstiegstarif (ab rund 250 Euro), Komforttarif ARAG Med Extra (543,60 Euro) und Premiumtarif ARAG MedBest (621,50 Euro) liegen 2026 teils mehrere Hundert Euro monatlich, aber auch deutliche Leistungsunterschiede. Die Unterschiede der PKV-Tarife entscheiden sich damit weniger am Tarifnamen als am tatsächlichen Leistungsumfang und Selbstbehalt.
Verwechseln Sie beim Vergleich zudem nicht den Einstiegstarif eines Versicherers mit dem gesetzlich gedeckelten Basistarif nach § 152 VAG (max. 1.017,18 Euro monatlich) – beide dienen völlig unterschiedlichen Zwecken. Welche der über 3.500 Tarife von rund 50 Versicherern konkret zu Ihrem Budget und Leistungsanspruch passt, zeigt Ihnen unser kostenloser Vergleich: Jetzt PKV-Tarife vergleichen und bis zu 75 % sparen – unverbindlich und mit persönlicher Beratung unter 0800 / 5 33 22 66. Vertiefende Informationen zu allen Kostenfaktoren liefert unser Ratgeber Private Krankenversicherung Kosten 2026.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Einstiegstarif, Komforttarif und Premiumtarif in der PKV?
Der Einstiegstarif bietet reduzierten Leistungsumfang bei höherem Selbstbehalt und liegt 2026 laut Marktübersicht ab rund 250 Euro monatlich. Der Komforttarif ARAG Med Extra kostet 543,60 Euro, der Premiumtarif ARAG MedBest 621,50 Euro monatlich, beide mit Selbstbehalt 600 Euro und Rating „sehr gut“ (Franke und Bornberg, Stand April 2025).
Ist der PKV-Basistarif dasselbe wie ein Einstiegstarif?
Nein. Der umgangssprachliche „Basistarif“ meint häufig einen normalen, günstigen Einstiegstarif eines Versicherers. Der gesetzliche Basistarif nach § 152 VAG ist dagegen ein separates, gesetzlich reguliertes Sozialprodukt mit einem Höchstbeitrag von 1.017,18 Euro monatlich 2026 (zuzüglich Pflegeversicherung), das jeder PKV-Anbieter anbieten muss.
Wie hoch ist der gesetzliche Basistarif-Höchstbeitrag 2026?
Der Höchstbeitrag im gesetzlichen Basistarif nach § 152 VAG liegt 2026 bei 1.017,18 Euro monatlich, zuzüglich der Pflegepflichtversicherung von rund 209,26 Euro monatlich. Bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit kann sich dieser Beitrag laut Gesetz halbieren.
Lohnt sich ein höherer Selbstbehalt zur Beitragssenkung?
Ein höherer Selbstbehalt kann den Monatsbeitrag spürbar senken, erhöht aber gleichzeitig das Eigenrisiko im Schadensfall. Ob sich das lohnt, hängt von der individuellen Risikobereitschaft und den erwarteten Gesundheitskosten ab und sollte im persönlichen Vergleich geprüft werden.
Kann ich später von einem Einstiegstarif in einen Komfort- oder Premiumtarif wechseln?
Ein Wechsel innerhalb desselben Versicherers ist über das Tarifwechselrecht nach § 204 VVG grundsätzlich möglich, oft ohne erneute vollständige Gesundheitsprüfung für den bereits versicherten Leistungsumfang. Für zusätzliche Mehrleistungen kann der Versicherer jedoch Risikozuschläge oder Wartezeiten verlangen.
Quellen
- Franke und Bornberg / fb research: Tarifrating Private Krankenvollversicherung, Modellbeiträge ARAG Med Extra (543,60 €) und ARAG MedBest (621,50 €), Stand April 2025, veröffentlicht im Handelsblatt-PKV-Vergleich 2026
- § 152 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz): gesetzlicher Basistarif, Selbstbehaltstufen, Kontrahierungszwang für PKV-Anbieter
- PKV-Serviceportal (privat-patienten.de): Höchstbeitrag Basistarif 2026 (1.017,18 €/Monat) und Pflegepflichtversicherung 2026 (rund 209,26 €/Monat)
- PKV-Verband: Durchschnittsbeitrag Private Krankenvollversicherung 2026
- Marktvergleichsportale (u. a. versipedia.de): Beitragsspannen für Einstiegs- und Premiumtarife nach Alter, Stand 2026
