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Die teuersten Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

07.08.2017

(verpd) Zwar wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt weniger Naturkatastrophen-Ereignisse verzeichnet, allerdings hat allein in Deutschland eine schwere Unwetterserie zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2017 zu rund 600 Millionen Euro versicherten Schäden geführt.

Im ersten Halbjahr 2017 gab es laut einer internationalen Schadensbilanz eines Rückversicherers weltweit 350 Naturkatastrophen – das waren 40 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings liegt der Wert für die erste Jahreshälfte deutlich über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 310 und sehr deutlich über dem 30-Jahres-Schnitt von 240 Naturkatastrophen.

Schäden in Millionenhöhe

Die Gesamtschäden beliefen sich zwischen Januar und Juni 2017 dem Rückversicherer zufolge auf 41 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 35,5 Milliarden Euro). Davon waren rund 19,5 Milliarden US-Dollar (knapp 16,9 Milliarden Euro) durch entsprechende Versicherungspolicen abgedeckt. Besonders hoch waren die Schäden durch Hagel und Unwetter in USA zwischen dem 8. und 11. Mai mit einem versicherten Schaden von rund 1,8 Milliarden US-Dollar – knapp 1,6 Milliarden Euro.

Ebenfalls hoch waren die Schäden in den USA durch Unwetter und Tornado zwischen dem 6. und 9. März mit einem versicherten Schaden von 1,6 Milliarden US-Dollar (fast 1,4 Milliarden Euro). Mit 3,1 Milliarden US-Dollar (knapp 2,7 Milliarden Euro) verursachten Überschwemmungen in Peru von Februar bis März die höchsten Gesamtschäden. Hiervon waren den Daten des Rückversicherers zufolge allerdings nur 380 Millionen US-Dollar (circa 329 Millionen Euro) versichert.

Glimpflicher Verlauf in Europa

Vergleichsweise glimpflich verlief die Schadensituation in Europa, nachdem im vergangenen Jahr eine Serie von Sturzfluten und Flusshochwassern in Deutschland und Frankreich die Schlagzeilen geprägt hatte. In Europa verursachten Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2017 einen Schaden von umgerechnet etwa 4,4 Milliarden Euro. Die versicherten Schäden beliefen sich auf 1,7 Milliarden Euro.

Auch wenn es in der ersten Jahreshälfte in Deutschland nicht zu so massiv hohen Schäden wie etwa durch den Pfingststurm „Ela“ vor drei Jahren gekommen ist, hatten die Versicherer hierzulande durch schwere Unwetter Schäden im dreistelligen Millionenbereich zu verzeichnen.

Deutschland: In wenigen Tagen rund 600 Millionen Euro Schäden

Dies geht aus einer ersten vorläufigen Schadenschätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zu der schweren Unwetterserie zwischen Ende Juni und Anfang Juli hervor – „allen voran die Tiefdruckgebiete ‚Paul‘ und ‚Rasmund‘. Nach GDV-Angaben betragen die Entschädigungs-Leistungen, die die Versicherer für ihre betroffenen Kunden diesbezüglich aufgewandt haben, rund 600 Millionen Euro. Diese Summe verteilt sich etwa hälftig auf Kfz-Kaskoschäden einerseits und beschädigte Häuser, Hausrat, Gewerbebetriebe andererseits.

‚Paul‘ wütete vor allem in der Nordhälfte Deutschlands, besonders in Hamburg, Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. ‚Rasmunds‘ starker Regen fiel in den letzten beiden Junitagen auf weite Teile von Berlin und Brandenburg“, so der GDV. Zum Teil seien innerhalb von 24 Stunden alleine in Berlin über 200 Liter Regen auf einen Quadratmeter gefallen. Zum Vergleich: Normalerweise liegt die durchschnittliche Regenmenge im ganzen Jahr bundesweit bei knapp 800 Litern pro Quadratmeter.


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