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Die fiesen Praktiken der Einbrecher

12.06.2017

(verpd) Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat mit 30 inhaftierten Wohnungseinbrechern gesprochen. Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge begehen Täter Einbrüche entweder aus einer Notlage heraus, um schnelles Geld zu machen, oder sie sehen es als ihren Beruf an. Auf Bargeld, Schmuck und Gold haben es die meisten Einbrecher abgesehen. Alarmanlagen und Videoüberwachung schrecken nur Anfänger ab.

Wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 (PKS 2016) hervorgeht, ist die Zahl der Wohnungs-Einbruchdiebstähle im vergangenen Jahr zwar um 9,5 Prozent auf 151.265 Fälle zurückgegangen, allerdings sind dies immer noch mehr als 400 derartige Delikte pro Tag. Was die Motive für Einbrüche aus der Sicht der Täter sind, wie sie vorgehen und auf welche Beute sie es abgesehen haben, erfragte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

Die Studienverantwortlichen des Vereins führten 30 qualitative Interviews mit inhaftierten Einbrechern. Voraussetzung für die Teilnahme an der Untersuchung „Reisende und zugereiste Täter des Wohnungseinbruchs“ war, dass die Interviewpartner für mindestens einen Einbruchdiebstahl strafrechtlich verfolgt wurden. Die Befragungen fanden in 20 unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten statt.

Täterbiografien sind sehr unterschiedlich

Die befragten Kriminellen verbüßen allesamt mehrjährige Haftstrafen. Dabei gibt es welche, die aufgrund nur eines Einbruches festgenommen wurden, und Mehrfachtäter, „die Taten in einer Anzahl im hohen dreistelligen Bereich verübten und von wiederholten mehrjährigen Inhaftierungen berichten“, heißt es im Forschungsbericht.

Die Studienautoren konnten drei typische Selbstverständnisse und Motive bei den Tätern ausmachen. Die einen brechen „aus der Not heraus“ in Wohnungen ein, der zweiten Gruppe gehe es um das „schnelle Geld“ und die dritte Gruppe sieht Einbruch als ihren „Beruf“ an.

Die letztere Gruppe unterscheidet sich dabei in ihrer Biografie von den anderen beiden. Die interviewten „Berufseinbrecher“ kamen schon in frühester Kindheit mit kriminellen Milieus in Kontakt und wuchsen in armen Verhältnissen auf. Sie wurden häufig von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert, stigmatisiert und bedroht, heißt es in der Analyse.

Muster der Tatbegehungen

Auch bei der Auswahl des Tatorts konnten drei typische Muster ausgemacht werden: 1. Die Suche nach einer günstigen Gelegenheit, die darauf abziele, ohne großen Aufwand und nicht zielgerichtet in eine Wohnung einzudringen. 2. Die Suche nach einer lukrativen Beute, bei der das potenzielle Diebesgut vordergründiger ist, als dass die Täter leicht in die Wohnung gelangen. 3. Auftragseinbrüche und Tipps. Hier geht es um die gezielte Tatobjektwahl. Tippgeber weisen die Täter auf große Bargeldmengen oder Schmuck hin. Es werden konkrete Adressen genannt.

Auf der Suche nach einer günstigen Gelegenheit beschrieb ein Täter aus der ersten Gruppe, dass er meist in Wohngebieten mit Hochhäusern herumgelaufen sei und nach offenen oder gekippten Fenstern und Balkonen Ausschau gehalten habe. Er habe sich vor allem Erdgeschosswohnungen mit Bäumen oder Büschen vor den Fenstern ausgesucht, da das Entdeckungsrisiko hier geringer wäre und man vorab gut in die Wohnungen sehen könne.

War der Bewohner nicht im Haus, sei es ein Leichtes gewesen, die Fenster und Balkontüren mit einem Schraubendreher aufzuhebeln. Eingangstüren von Mehrparteienhäusern konnte er zudem schnell und leicht mit einer Plastikkarte öffnen, erzählte er. Länger als 30 Sekunden brauchte er nie, um in eine Wohnung einzudringen.

Die Suche nach lukrativer Beute

Ein anderer Einbrecher berichtete, dass ein teures Auto vor einem Haus ihn motiviere, ins Innere des Hauses zu gelangen. Er kundschaftete seine „Objekte“ auch daraufhin aus, wie alt die Bewohner sind. Ältere Menschen hätten häufiger Bargeld zu Hause als jüngere, erläuterte er. Sehr teure Autos hingegen weisen seines Erachtens auf sehr wohlhabende Bewohner hin. Diese sicherten ihre Wertgegenstände zu gut ab und Bargeld hätten sie auf der Bank und nicht im Haus. Ein Einbruch lohne sich hier für ihn nicht.

Für den Einbruch selbst ließ er sich nach eigenen Angaben mehr Zeit und ging bedachter an den Einbruch heran als diejenigen Einbrecher, die eine günstige Gelegenheit nutzen. Er klingelte mehrfach an der Haustür, um auszuschließen, dass jemand anwesend war. An den Seiten des Hauses hätten ihn Nachbarn sehen können, deshalb kletterte er über eine Seitenstraße in den Garten des Zielhauses.

Bei einer Tat gelangte er über ein altes Fenster, das er mit einem Schraubendreher einschlug, ins Haus und stahl neben einem hochwertigen Laptop auch Markenkleidung und Markentaschen sowie Parfum. Bei einem weiteren Einbruch versuchte er 40 Minuten lang, Antidiebstahlrollos außer Gefecht zu setzen, was ihm mit einer Säge gelang. Der anschließende Raubzug im Haus hätte dann nur fünf Minuten gedauert. Den Aufwand, den Täter bei potenziell lukrativer Beute auf sich nehmen, unterscheide sie von Gelegenheitsdieben, resümieren die Studienautoren.

Auftragseinbrüche und Tipps aus der Familie

Bei Auftragseinbrüchen entfalle ein vorheriges Ausspähen der Umgebung und des Hauses oder der Wohnung durch den Täter, stellen die Autorinnen anhand der Interviews fest. Die Einbrecher erhalten in einem solchen Fall eine konkrete Adresse und Informationen über spezielle Verhaltensweisen oder den Tagesablauf der Opfer.

Tippgeber kämen häufig aus der unmittelbaren Umgebung des Opfers, teilweise sogar aus dessen Familie, wie ein weiterer Einbrecher erzählte. Diese Vorgehensweise garantiere den Einbrechern eine sichere Möglichkeit, große Beute zu machen, heißt es in der Analyse.

Anders als bei anderen Vorgehensweisen müssen sie keine große Vorarbeit leisten. Tippgeber werden im Übrigen prozentual am Gewinn der veräußerten Beute beteiligt.

Darauf haben es Einbrecher abgesehen

Die befragten Täter hatten es bei ihren Raubzügen vorwiegend auf Bargeld, Schmuck oder Gold abgesehen. Ist nichts derartig Wertvolles zu holen, begnüge sich ein Dieb auch mit Dingen, die er privat gut brauchen konnte – wie gebrauchte Markenturnschuhe. Die gestohlenen Gegenstände wirkten auf die Autorinnen teils wie wahllos eingesteckt. Es scheint einigen Dieben lediglich auf die Menge des Diebesguts anzukommen.

Andere Täter gingen gezielter voran. Sie suchten konkret nach Bargeld, Schmuck und beispielsweise kostspieliger Elektronik. Kleine, hochpreisige Gegenstände werden eher gestohlen als große. Je öfter die Befragten Einbrüche begingen, desto gezielter suchten sie sich die „Waren“ aus, für die sie viel Geld bekamen, heißt es. Andere hätten Gebäude „zum Eigenbedarf“ ausgeraubt. Sie stahlen Markenkleidung, um sie anschließend selbst zu tragen.

Ein Einbrecher erzählte indes, dass er zunächst Geld, Schmuck und Geldkarten stahl, sich dann aber auf Autos spezialisierte. Diese brachten ihm beim Verkauf das meiste Geld ein. Er brach letztlich nur noch in Wohnungen und Häuser ein, um an die Autoschlüssel zu gelangen.

Das schreckt Einbrecher ab

Die Studienautoren gingen auch der Frage nach, wann Einbrecher aufgeben oder gar nicht erst versuchen, in Wohnungen zu gelangen. Ein Täter sagte, dass er nach kurzer Zeit von speziell einbruchgesicherten Fenstern ablasse. Es dauere ihm zu lange. Kunststofftüren seien zwar modern, sind aber von ihrer Beschaffenheit her ohne zusätzliche mechanische Sicherungsmaßnahmen sehr leicht zu öffnen, wie die Einbrecher bestätigen.

Abschreckungsmaßnahmen wie Alarmanlagen und Videoüberwachung würden nur Anfänger abhalten, heißt es in der Untersuchung. Profi-Einbrecher maskieren sich bei Videoüberwachung oder drehen die Kamera einfach in eine andere Richtung. Zudem können sie die Qualität der Alarmanlagen einschätzen und sie gegebenenfalls zerstören. Anderen ist es egal, ob die Anlage auslöse, da sie das, was sie suchen, wie Autoschlüssel und Geldbörsen, meist schon im Eingangsbereich des Hauses finden.

Maßnahmen, die Anwesenheit vortäuschen, halten Einbrecher hingegen häufiger davon ab, in die Wohnung einzusteigen. Ein Täter erzählte, dass er, wenn er den Fernseher flackern gesehen hat, gleich weiterging, ohne darauf zu achten, ob auch wirklich jemand zu Hause war. Auch viele und aufmerksame Nachbarn würden Diebe abschrecken. Weitere Tipps zum Einbruchschutz enthalten die Webauftritte der VdS Schadenverhütung GmbH (www.vds-home.de) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ( www.k-einbruch.de und www.nicht-bei-mir.de).


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