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Drohende Armut oder soziale Ausgrenzung trifft viele

05.11.2018

(verpd) Deutschland geht es eigentlich wirtschaftlich so gut wie lange nicht. Dennoch leben nach einer aktuellen amtlichen Statistik 15,5 Millionen Bürger, das sind 19,0 Prozent der Bevölkerung, an der Armutsschwelle oder leiden aufgrund ihrer finanziellen Situation unter erheblichen Entbehrungen. Allerdings ist der Anteil der Betroffenen im Vergleich zu den letzten zehn Jahren leicht zurückgegangen. Was der Einzelne tun kann, um Vorsorge für bestimmte Armutsrisiken zu treffen.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die neuesten Ergebnisse einer regelmäßigen Erhebung bezüglich Einkommen, Armut und Lebensbedingungen der Bürger in der Europäischen Union (EU), die EU-SILC (European Community Statistics on Income and Living Conditions) veröffentlicht. In Europa waren letztes Jahr rund 22,5 Prozent der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Laut der Erhebung gilt eine Person von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn das Einkommen einer Person unter der Armutsgefährdungs-Grenze liegt oder sie wegen finanzieller Gründe erhebliche Entbehrung hinsichtlich der Lebensbedingungen aufweist. Ein weiteres Kriterium ist, wenn der Betroffene in einem Haushalt mit einer sehr geringen Erwerbsbeteiligung wohnt.

Jeder Fünfte betroffen

Die fünf EU-Länder, deren Bevölkerung anteilig am wenigsten von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren, sind die Tschechische Republik (12,2 Prozent), Finnland (15,7 Prozent), Slowakei (16,3 Prozent) und die Niederlande (17,0 Prozent). Den höchsten Anteil an betroffenen Bürgern hatten dagegen die fünf EU-Länder Bulgarien (38,9 Prozent), Rumänien (35,7 Prozent), Griechenland (34,8 Prozent), Litauen (29,6 Prozent) und Italien (28,9 Prozent).

In Deutschland waren in 2017 15,5 Millionen Bürger, und damit 19,0 Prozent der Bevölkerung, von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das ist zwar unter dem EU-Durchschnitt, aber nur Rang acht der Länder mit dem niedrigsten Anteil betroffener Bürger. Allerdings ist das auch der niedrigste Wert für Deutschland seit 2008. 2016 betrug der Anteil der betroffenen Bürger noch 19,7 Prozent, das waren 16,0 Millionen Personen. Den höchsten Anteil an Betroffenen in den letzten zehn Jahren gab es 2014 mit 20,6 Prozent, was 16,5 Millionen Einwohnern entsprach.

Ein weiteres Ergebnis der Erhebungen ist, dass Frauen schon seit 2008 weitaus häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind als Männer. Konkret lag der Anteil der betroffenen Frauen in den letzten zehn Jahren zwischen 20,3 und 21,9 Prozent. Bei den Männern waren es zwischen 17,6 und 19,5 Prozent. 2017 waren 20,3 Prozent der Frauen und 17,6 Prozent der Männer betroffen.

Von Armut bedroht

Konkret heißt laut der Erhebung von Armut bedroht zu sein, wer in seinem Haushalt mit weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Haushaltseinkommens (Median) der Bevölkerung des jeweiligen Landes auskommen muss. 2017 lag laut EU-SILC dieser Schwellenwert – die sogenannte Armutsgefährdungs-Schwelle – für einen Ein-Personen-Haushalt hierzulande bei 13.152 Euro im Jahr (1.096 Euro im Monat) und für ein Ehepaar mit zwei unter 14-jährigen Kindern bei 27.620 Euro im Jahr (2.302 Euro im Monat).

2017 galten nach den Daten der EU-SILC hierzulande 16,1 Prozent der Bürger, das waren rund 13,1 Millionen Menschen, in Deutschland als armutsgefährdet. Das ist zwar etwas niedriger als noch in den Jahren 2014 und 2015 – hier lag die Armutsgefährdungsquote noch bei jeweils 16,7 Prozent – und auch niedriger als in 2016 (16,5 Prozent), aber doch höher als von 2008 bis 2011. 2008 bis 2011 galten noch zwischen 15,2 und 15,8 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet. 2012 und 2013 war der Anteil genauso hoch wie 2017.

Auch hier war der Anteil der betroffenen Frauen in den letzten zehn Jahren immer höher als jener der Männer. 2017 galten 17,1 Prozent der Frauen und 15,0 Prozent der Männer als armutsgefährdet. Wären keine Sozialleistungen an finanziell Bedürftige ausbezahlt worden, läge die Armutsgefährdungsquote in 2017 insgesamt sogar bei 24,1 Prozent.

Entbehrung im Alltag

Eine erhebliche Entbehrung bei den Lebensbedingungen aufgrund fehlender finanzieller Mittel liegt nach der Definition der Studienautoren vor, wenn aufgrund der Selbsteinschätzung des Haushalts mindestens vier der folgenden neun Kriterien zutreffen: Aufgrund der finanziellen Lage kann man sich im Haushalt keinen Pkw, keine Waschmaschine, keinen Farb-TV oder kein (Mobil-)Telefon leisten.

Oder man ist aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, die Miete oder den Strom pünktlich zu zahlen, die Wohnung angemessen zu heizen, unerwartete Ausgaben zu begleichen oder einmal im Jahr eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen. Das neunte Kriterium wäre, wenn man sich nicht jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit leisten kann.

Europaweit lag die Quote bei 6,9 Prozent der Bürger, auf die mindestens vier der genannten Entbehrungen zutraf. In Deutschland waren es letztes Jahr 3,4 Prozent. Wie bei der Armut auch waren anteilig hierzulande ebenfalls mehr Frauen, nämlich 3,9 Prozent, als Männer (2,9 Prozent) betroffen.

Arbeitslosigkeit und sonstige Armutsrisiken

Eine sehr geringe Erwerbsbeteiligung liegt bei der EU-SILC laut Destatis in einem Haushalt vor, „wenn die tatsächliche Erwerbsbeteiligung (in Monaten) der im Haushalt lebenden, erwerbsfähigen 18- bis 59-jährigen Haushaltsmitglieder weniger als 20 Prozent der möglichen Erwerbsbeteiligung beträgt“. Sind bei einem Ehepaar beide Partner jeweils zwölf Monate erwerbstätig, läge die Erwerbsbeteiligung laut EU-SILC-Definition bei 100 Prozent. Arbeitet jedoch nur einer und dieser nur für vier Monate im Jahr, sind dies nur 16 Prozent der maximal möglichen 24 Monate und damit weniger als 20 Prozent.

Laut der Erhebung traf dies auf 9,3 Prozent der Bürger in Deutschland und auf 9,9 Prozent der Bevölkerung in allen 28 EU-Ländern zu. Doch nicht nur Arbeitslosigkeit, auch andere Situationen wie eine Krankheit, ein Unfall oder der Tod des (Ehe-)Partners können dazu führen, dass das Einkommen für den Lebensunterhalt nicht mehr ausreicht.

Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch eine Vielzahl von Vorsorgelösungen, damit der Einzelne die finanziellen Folgen solcher Ereignisse abfedern kann. Wichtig ist hierzu jedoch eine frühzeitige und bedarfsgerechte Absicherung. Ein Versicherungsfachmann kann in einem Beratungsgespräch analysieren, welche Vorsorgemaßnahmen für den Einzelnen sinnvoll sind und eventuell sogar vom Staat steuerlich oder finanziell gefördert werden.


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